TRIAL-MAGAZIN

Felix Krahnstöver: Der Mann, der den deutschen Trial-Sport prägte

Sein Name taucht immer wieder auf, sobald man tiefer in die Geschichte des deutschen Trial-Sports gräbt — als Ehrenmitglied beim Celler Trial Club, als Gründer des Magazins, aus dem später TRIALSPORT wurde, als Autor des Buchs, das noch heute als Standardwerk gilt. Wer war Felix Krahnstöver, und warum kommt man an ihm nicht vorbei?

Vom Feinmechaniker zum Werksfahrer

Krahnstöver, geboren 1948, ist gelernter Feinmechaniker. Aus dem Hobby wurde ein Beruf: Er fuhr als Werksfahrer für Montesa, war gleichzeitig Händler für die spanische Marke — und holte in dieser Zeit zehn Deutsche Meistertitel im Motorrad-Trial.

Die Begegnung, die zwei Szenen zusammenbrachte

Als Montesa-Mann besuchte Krahnstöver regelmäßig, zwei- bis dreimal im Jahr, das Werk in Esplugues bei Barcelona. Im März 1979 erzählte er dort einem Mann namens Pere Pi begeistert vom Fahrrad-Trial, das er in Fürstenhagen erlebt hatte.

Pere Pi, damals Leiter der Entwicklungsabteilung bei Montesa, kannte Fahrrad-Trial bis zu diesem Moment nicht. Sein Sohn Ot hatte sich 1977 bei einem Kinder-Motorradrennen verletzt und wollte danach nicht mehr aufs Motorrad — also baute ihm sein Vater 1978 ein Trial-Fahrrad. Ot fuhr sein erstes Fahrrad-Trial-Rennen in Bellaterra.

Krahnstövers Bericht aus Fürstenhagen traf also auf einen Vater, der genau in diesem Moment selbst mittendrin steckte. Pere Pi warf sich danach mit voller Kraft in die junge Sportart und wurde zu einer der prägenden Figuren des internationalen Fahrrad-Trials. Zwei Szenen, die unabhängig voneinander entstanden waren — die deutsche und die katalanische — kannten sich ab diesem Gespräch.

Das Lehrbuch

Gemeinsam mit Harry Niemann schrieb Krahnstöver Trial: Akrobatik auf zwei Rädern, erschienen im Motorbuch Verlag. Es gilt bis heute als Standardwerk für alle, die den Sport lernen wollen — auch wenn es längst vergriffen ist und nur noch antiquarisch auftaucht.

28 Jahre Herausgeber

Krahnstöver gründete das Fachmagazin, aus dem später TRIALSPORT wurde, und gab es 28 Jahre lang heraus, bis 2004. Damit legte er das Fundament für das, was bis heute die größte deutschsprachige Fachpublikation im Trial-Sport ist — mittlerweile unter neuer Leitung, aber mit seinen Wurzeln bei ihm.

Heute

Aus dem Wettkampfsport hat sich Krahnstöver weitgehend zurückgezogen. Beim Celler Trial Club, wo er Ehrenmitglied ist, beschreibt man ihn als "nur noch seltenen Gast" bei Veranstaltungen und auf dem Vereinsgelände — aber "jederzeit gern gesehen." Wer heute durch die deutsche Trial-Szene fährt, bewegt sich noch immer in einem Feld, das er mitgeprägt hat: als Fahrer, als Autor, als Verleger, und als der Mann, der 1979 in Barcelona zwei Welten miteinander bekannt machte.